Beratung Betriebswirtschaft
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Christian Mann (DFV) |
Der Deutsche Fleischer-Verband bietet betriebswirtschaftlichen Beratung für seine Mitgliedsbetriebe. Ein betriebswirtschaftlicher Berater und eine Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Fleischerhandwerks (WFF) stehen dabei als Ansprechpartner für die Mitgliedsbetriebe zur Verfügung.
Diplom-Kaufmann (FH) Christian Mann bringt Erfahrungen aus einem mittelständischen Unternehmen des fleischverarbeitenden Gewerbes und aus Betrieben des Fleischerhandwerks mit und steht als Ansprechpartner für Innungsbetriebe zur Verfügung. Allgemeine betriebswirtschaftliche Themen stellt Mann auch im Rahmen von Vorträge z.B. bei Innungsversammlungen vor.
Ihr Ansprechpartner:
Christian Mann
Diplom-Kaufmann (FH)
Deutscher Fleischer-Verband
Kennedyallee 53
60596 Frankfurt/Main
Tel. 069/63302-144
Fax. 069/63302-120
Betriebswirtschaftliche Beratung für Fleischer-Fachgeschäfte: Acht Fragen an Christian Mann
1. Herr Mann, worin sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?
Christian Mann: Wirtschaftlicher Erfolg ist die Basis für den langfristigen Bestand jedes Unternehmens. Diesen zu sichern ist die tägliche Aufgabe des Betriebsinhabers und seiner Mitarbeiter. Wenn der unternehmerische Erfolg ausbleibt, kann ich helfen, ihn wieder herzustellen und auch langfristig beizubehalten.
Daneben ist es natürlich auch die Aufgabe eines Beraters, in ansonsten gut laufenden Betrieben die Verbesserungspotentiale aufzudecken und mögliche Risiken schon früh zu erkennen und auszuschalten.
2. Was tun Sie, wenn der unternehmerische Erfolg ausbleibt?
Christian Mann: Wenn der Erfolg ausbleibt, steckt ein Unternehmen in der Krise. Man kann drei Arten oder Phasen unterscheiden: Die strategische Krise, die Ertragskrise und die Liquiditätskrise. Diese drei bauen aufeinander auf, wobei die Liquiditätskrise die schwerwiegendste ist. Ist ein Betrieb erst einmal in dieser Phase angelangt, ist auch der Handlungsspielraum für mögliche Maßnahmen bereits sehr eingeschränkt.
Es kommt daher darauf an, eine sich abzeichnende Unternehmenskrise möglichst frühzeitig zu erkennen. Eben, bevor kein Geld mehr da ist und die Krise offensichtlich wird. In diesem Fall müssen Maßnahmen ergriffen werden, möglichst kurzfristig die Einnahmen zu steigern und die Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren. Besser als eine solche Notrettung sind allerdings langfristig krisensichernde Maßnahmen.
3. Zum Beispiel?
Christian Mann: Um wirtschaftliche Schieflagen frühzeitig erkennen zu können, muss der Unternehmer sich regelmäßig mit seiner Liquidität beschäftigen. Wir können mit dem Unternehmen zusammen die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen erarbeiten, daraufhin einen Finanzplan und eine Kalkulation seiner Produkte erstellen. Herrscht da Klarheit, lassen sich viel leichter Ursachen erkennen und so langfristig die Erträge steigern, beziehungsweise die Kosten senken.
4. Sie waren vor ihrer Tätigkeit beim DFV in einem mittelständischen Produktionsbetrieb tätig. Welche Übereinstimmungen gibt es bei Industrie- und Handwerksbetrieben?
Christian Mann: Die Aufgabenstellungen sind bei einem mittelständischen Unternehmen und einem mittelgroßen Handwerksbetrieb prinzipiell vergleichbar. Beide Unternehmen müssen konsequent betriebswirtschaftlich geführt werden. Dazu gehört in beiden ein ausreichende Maß an Planung und Kontrolle. Beide müssen ihre Zahlen im Griff haben und müssen wissen, welche Produkte und Vertriebswege profitabler sind als andere.
Sicher, Handwerksbetriebe unterscheiden sich von reinen Produktionsbetrieben strukturell sowie organisatorisch, die erwähnten Anforderungen sind jedoch für beide gleich.
5. Herr Mann, welche Kenntnisse von den Problemen und dem Beratungsbedarf der Fleischer-Fachgeschäfte hatten Sie, als Sie die Stelle übernommen haben?
Christian Mann: Ersten Einblick in die Beratung von fleischerhandwerklichen Betrieben hatte ich bereits im Rahmen meines Studium. Dort habe ich unter anderem die Kostenrechnung in einem Betrieb eingeführt, die Kostenstrukturen der Produktion abgebildet und in einem Fleischer-Fachgeschäft eine zeitnahe Ist-Kosten-Kalkulation eingeführt. Diese Erfahrungen kann ich beim DFV natürlich gut einsetzen.
6. Was können die Handwerker lernen von einem Hersteller mit einer vielfach größeren Tonnage?
Christian Mann: Es ist weniger die Frage der Tonnage, sondern ob der Betrieb betriebswirtschaftlich erfolgreich arbeitet. Es kommt darauf an, die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen und die auch umzusetzen. Es ist eine meiner Aufgaben, diese bewährten Lösungen zu bündeln und in Betrieben, gleich welcher Größe, in Funktion zu setzen. Man könnte sagen: Es gibt in dieser Hinsicht keine großen und kleinen sondern eher gute und weniger gut funktionierende Unternehmen.
7. Wo sehen Sie Kostenvorteile der Fachgeschäfte, beim Zukauf oder bei der Eigenherstellung?
Christian Mann: Hier gibt es sicherlich keinen Königsweg, es kommt immer auf das Gesamtkonzept des Unternehmens an. Allgemein gilt, dass selbst produzierte Waren den größeren Gewinn abwerfen und darüber hinaus ist auch eine möglichst hohe Kapazitätsauslastung der eigenen Produktion erstrebenswert. Weitere wichtige Faktoren sind daneben die Sortimentsvielfalt, die Erwartung der Kunden und natürlich der Marktauftritt des individuellen Fleischer-Fachgeschäfts.
8. Was können Sie dem Fleischermeister empfehlen, was er nicht schon von seinem Steuerberater gesagt bekommt?
Christian Mann: Steuerberater erfüllen eine wichtige Aufgabe. Wir wissen aber, dass betriebswirtschaftliche Beratung ohne branchenspezifisches Fachwissen nicht möglich ist. Die Probleme, mit denen ein Betrieb konfrontiert ist, sind oft speziell fleischerhandwerklich-fachlicher Art. Vielen Steuerberatern fehlt die Zeit sich in diese Probleme einzuarbeiten, beziehungsweise das Hintergrundwissen, um die Ursachen dieser Probleme anzugehen.
Wir beim DFV verfügen über eine breite Datenbasis und entsprechend aussagekräftige Durchschnittskennzahlen. An unserem letzten Verkaufspreisvergleich haben sich zum Beispiel über 2000 Betriebe beteiligt. Auf diesen Grundlagen kann man sicherlich eine erfolgreiche Unternehmensberatung für den Einzelbetrieb aufbauen.


