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Pressearchiv - 23.12.2015

Zum Jahreswechsel: Weiterarbeiten am gemeinsamen Ziel!

Eine Botschaft von DFV-Präsident Heinz-Werner Süss an Verbände, Innungen und Mitgliedsbetriebe des Fleischerhandwerks

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
DFV-Präsident Heinz-Werner Süss„Arbeiten am gemeinsamen Ziel“ war das Motto unseres diesjährigen Verbandstags. Ich glaube, es gab zuvor kaum ein Motto, das derart klar die Aufgabe beschreibt, die wir als Vertreter des Fleischerhandwerkes, als Mitglieder und Ehrenamtsträger in Innungen und Verbänden erfüllen wollen.

Ganz an den Anfang dieses Schreibens zum Jahreswechsel möchte ich Ihnen allen danken, dass Sie sich dieser Aufgabe stellten. Engagement für eigenen den Berufsstand ist nicht selbstverständlich. Diese Aufgabe ist, vor allem, wenn sie ehrenamtlich erfolgt, immer auch mit Aufwand und Einschränkungen verbunden. Auch wenn die Tätigkeit in vielerlei Hinsicht eine persönliche Bereicherung darstellt, so bleibt doch richtig, dass der Einsatz für die Kollegen immer auch Zeit und Arbeit erfordert.

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit so vielen Mitstreitern an den Zielen arbeiten darf, die wir uns im Sinne des deutschen Fleischerhandwerks setzen. Mit großem Respekt schaue ich deshalb auf das Tun der Obermeisterinnen und Obermeister und auch aller anderen Kolleginnen und Kollegen, die sich in ihren Innungen engagieren.

Wir brauchen strategische Allianzen

„Arbeiten am gemeinsamen Ziel“ bedeutet aber noch deutlich mehr. Das Fleischerhandwerk ist nicht isoliert, es ist auf Mitstreiter angewiesen, ohne die es nicht geht. Wir brauchen zum Beispiel Lieferanten, die uns Rohstoffe für die Produkte liefern. Das ist anspruchsvoll, denn die Anforderungen, die dabei gestellt werden müssen, werden immer vielfältiger.

Auch mit weiteren Gruppierungen, Organisationen und Einrichtungen wollen und müssen wir zusammenarbeiten. Da sind die Verbraucher-Verbände, die maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie Verbraucherpolitik gestaltet wird. Da sind die Arbeitnehmer und deren Gewerkschaften, mit denen wir über Arbeitsbedingungen und Vergütungen sprechen. Da sind andere Beteiligte am Markt, die zwar Konkurrenten sind, mit denen uns aber die Sichtweise auf die Bedeutung von Fleisch als Lebensmittel verbindet. Da sind Behörden und Ämter, mit denen wir an konkreten praktischen Umsetzungen von Vorschriften arbeiten. Und selbstverständlich ist da vor allem auch die Politik, mit der wir an guten Regeln für uns und die Menschen arbeiten. Diese und andere können wichtige Partner sein, wenn wir unsere Ziele verfolgen.

Viele Aufgaben sind heute so komplex, dass wir Allianzen bilden müssen, um das zu erreichen, was richtig ist. Arbeiten am gemeinsamen Ziel heißt also auch Zusammenarbeit mit denjenigen, die dasselbe erreichen wollen wie wir.

Der Erfolg gibt uns recht

Auf das zu Ende gehende Jahr dürfen wir in diesem Sinne zufrieden zurückblicken. Viele Erfolge zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Meine Präsidiumskollegen und ich konnten beim Verbandstag in Bremen davon berichten, und auch unsere Mitglieder haben alle einen Jahresbericht erhalten, der die Ergebnisse unserer Arbeit aufzeigt.

Nur einige Erfolgsbeispiele dieses Jahres sind

  • Die Erleichterungen bei den zunächst sehr strikten Regeln zum Mindestlohn,
  • die nach langer und beharrlicher Arbeit abgeschlossene Reform der Fortbildung zur Verkaufsleiterin,
  • die Ausnahmen für Handwerksbetriebe bei der Nährwertkennzeichnung,
  • die konsequente Weiterentwicklung unserer Werbemaßnahmen um Nachwuchskräfte … und vieles mehr.

In allen Bereichen konnten wir also Gutes für unsere Mitglieder bewirken, entweder in gemeinsamer Arbeit innerhalb unserer Organisation oder im Schulterschluss mit anderen, die ein gemeinsames Ziel mit uns verfolgen. Dieser Weg ist der richtige, der Erfolg gibt uns recht.

Es ist eine Binsenweisheit, dass damit die Arbeit nicht getan ist. Erstens haben wir uns nicht bei allem vollständig mit unserer Position durchsetzen können, es gibt also allen Anlass zum Nacharbeiten. Und zweitens liegen natürlich schon wieder die nächsten Themen auf dem Tisch, an denen wir mit derselben Konsequenz arbeiten müssen.

Die Aufgabe für 2016 ist damit beschrieben. Ich freue mich darauf, sie gemeinsam mit Ihnen anzugehen.

Vergessen wir nicht, dankbar zu sein

Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine nachdenkliche Anmerkung. Das Jahr 2015 war in vielerlei Hinsicht ein gutes Jahr. Es hat uns aber sehr deutlich aufgezeigt, dass vieles vom dem, was wir für selbstverständlich halten, auch sehr schnell verloren gehen kann. Das Leben in Frieden und Wohlstand, das uns seit Jahrzehnten geschenkt ist, ist eben nicht überall auf dieser Erde zu finden. Im Gegenteil: Armut, kriegerische Auseinandersetzungen, Not und Elend gibt es auf allen Kontinenten.

Gewusst haben wir das eigentlich schon immer, wir haben auch geholfen, ohne Frage. Aber wir haben es auch gut verstanden, wegzuschauen. Das geht jetzt nicht mehr. Arme und Verfolgte kommen zu Hunderttausenden zu uns, um hier Sicherheit und Wohlstand zu suchen. Und die Verfolger tragen ihren Hass mit Krieg und Terror zu uns nach Europa. Das stellt unser Land vor gewaltige Aufgaben, von denen wir noch gar nicht so recht wissen, wie wir sie bewältigen können.

Bei allen Herausforderungen, die noch auf uns zukommen, sollten wir dennoch eines nicht vergessen: Die Bilder von Krieg, Verfolgung und Not machen viele Probleme, die wir für groß und wichtig halten, überschaubar. Ich will damit nicht alles klein reden, was uns beschäftigt, aber wir dürfen die Dankbarkeit für unsere Lebenssituation nicht vergessen.

Es gibt keine leichten Antworten auf all die Fragen, die uns jetzt gestellt sind. Aber vielleicht ist es ein erster Schritt, wenn wir es machen, wie es das Fleischerhandwerk schon immer gemacht hat: Ärmel hochkrempeln und anfangen. Vom Lamentieren ist noch nichts besser geworden. Wenn wir tun, was wir können, für uns und für andere, dann haben wir schon viel erreicht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen, die Ihnen am Herzen liegen, vielleicht noch ein wenig mehr als letztes Jahr ein gesegnetes Weihnachtsfest. Ich wünsche uns allen ein friedliches 2016 und Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg.

 

Ihr

Heinz-Werner Süss