Fleischfreies Haus bei Ministerin Hendricks – Fleischerhandwerk reagiert mit Kopfschütteln

Vertreter des Deutschen Fleischer-Verbands haben mit Befremdung auf die neueste Initiative von Bundesumweltministerin Hendricks reagiert. Die Ministerin hatte ihr Haus angewiesen, bei Veranstaltungen nur noch vegetarisches Essen zu servieren. DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs: „Wir haben Frau Ministerin Hendricks unser Befremden bereits per Brief deutlich gemacht.“

Frankfurt am Main, 27. Februar 2017. Die Kritik der Verbandsvertreter richtet sich dabei weniger gegen die Entscheidung der Ministerin, bei Bewirtungen des Ministeriums gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Anstoß nehmen die Vertreter des Deutschen Fleischerhandwerks vor allem an den Aussagen, mit denen der von oben verordnete Fleischverzicht begleitet wird. DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs: „Niemand kann Frau Dr. Hendricks vorschreiben, was sie ihren Gästen serviert. Fatal hingegen ist die Botschaft, es gehe ihr dabei um den ‚Kampf‘ gegen die ‚negativen Folgen‘ des Fleischkonsums. Es sind genau diese pauschalen Äußerungen, die immer wieder denjenigen Knüppel zwischen die Beine werfen, die sich um Klasse statt Masse bemühen.“ Die Ministerin vereinfache hier laut Fuchs nicht nur unzulässig sondern blende bewusst aus, dass es in Deutschland eine Vielzahl von Unternehmen gebe, die mit großer Verantwortung daran arbeiten, dass Lebensmittel mit hoher Qualität erzeugt würden.

  • Präsident Herbert Dohrmann
    Präsident Herbert Dohrmann
    Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs
    Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs


    In einem Schreiben, das Anfang der Woche an die Ministerin versandt wurde, warfen die Verbandsvertreter der Ministerin vor, mit der platten Aussage „Fleisch = schlecht“ nicht nur „alles über einen Kamm zu scheren“ sondern dem Verbraucher deutlich zu machen, dass es ganz egal sei, wo und welches Fleisch man kaufe. Fuchs: „Die Botschaft hier ist ganz klar: Nur wer ganz verzichtet, ist ein Vorbild. Das wird den Fleischkonsum nicht nennenswert beeinflussen, setzt aber ein völlig falsches Signal. Damit wird unnötigerweise die Arbeit derjenigen erschwert, die Gutes zu einem etwas höheren Preis anbieten.“ Die Unternehmen des Fleischerhandwerks sorgten sich hingegen um nachhaltige Produktion, bei der Tiere anständig gehalten würden, bei der Ressourcen geschont und die Verbraucher mit wertvollen und gesunden Lebensmitteln versorgt würden.

    DFV-Präsident Herbert Dohrmann bekräftigt dies: „Mehr als 95 Prozent der Menschen in Deutschland essen Fleisch. Daran werden bis auf weiteres auch weder ein grüner Veggie-Day noch eine ministerielle Anordnung auf Fleischverzicht etwas ändern. Das ist auch gut so, denn Fleisch ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Ernährung. Wenn es jetzt noch gelingt, alle Politiker dazu zu bringen, auf ideologische Schaukämpfe zu verzichten und stattdessen ein wenig genauer hinzusehen, sind wir auf einem guten Weg. Wir arbeiten daran.“ Der DFV-Präsident hat in diesem Zusammenhang Ministerin Hendricks zu einem Besuch in einem Betrieb des Fleischerhandwerks eingeladen. Eine Antwort der Ministerin steht noch aus.

    Druckfähiges Bild Herbert Dohrmann

    Druckfähiges Bild Martin Fuchs

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