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Branchen-News - 14.04.2015

Was ist Handwerk: Es kommt nicht auf die Größe an

fleischwirtschaft.de - BERLIN.

Über die Maßnahmen zur Stärkung des regionalen Lebensmittelhandwerks hat sich die Bundestagsfraktion der Grünen bei der Bundesregierung erkundigt. Die Antworten fallen gewohnt schwammig aus und zeigen klar, dass es den Regierenden schwer fällt, zwischen Handwerk, Industrie und Handel zu unterscheiden und dass angestoßene Maßnahmen daher selten punktgenau wirken.

Dreh- und Angelpunkt in dem 45 Fragen und Antworten umfassenden Papier ist die Definition von Handwerk. Hier ist für die Bundesregierung der Eintrag in die Handwerksrolle entscheidend. Tatsächlich ist der aber kein Garant für kleine, handwerkliche Strukturen. Daher können ergriffene Maßnahmen oft nur im Gießkannenprinzip für viele Akteure wirken. Gern versteckt sich die Regierung in ihren Antworten auch hinter Zuständigkeiten der EU oder der Bundesländer. Tenor ist: Die handwerklichen Strukturen sind schützenswert und die Regierenden in Berlin tun dafür, was sie können.

Das betrachtet auch der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) kritisch. Grundsätzlich seien Bestrebungen, echte Regionalität und damit das Lebensmittelhandwerk in den Fokus zu rücken, begrüßenswert, kommentiert Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs die Kleine Anfrage, warnt aber zugleich: "Das Fleischerhandwerk darf nicht mit den Großbetrieben der Fleischwirtschaft und Handelskonzernen über einen Kamm geschoren werden." Bei Unterstützungsmaßnahmen sei der Schwerpunkt im Lebensmittelhandwerk zu setzen, nicht bei den international agierenden Ketten des Lebensmittelhandels, "die trotz aller Lippenbekenntnisse für manches stehen, aber gewiss nicht für den Erhalt regionaler Strukturen".

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