Grüne Taschenspielereien lösen Irritation aus

Frankfurt am Main, 23. Mai 2014. Der Deutsche Fleischer-Verband zeigt sich verwundert über Form und Inhalt der Meldung Bundestagsfraktion der Grünen zu den Belastungen von Fleisch mit ESBL. Sowohl die Untersuchung selbst als auch die daraus abgeleiteten falschen Interpretationen werden der besonderen Bedeutung des Themas in keiner Weise gerecht.

Die Bundestagsfraktion der Grünen verbreitete Mitte der Woche eine Meldung, in der über resistente Keime in Fleischerzeugnissen berichtet wird. Darin wird berichtet, dass bei Testeinkäufen von 63 Fleischerzeugnissen ESBL-bildende Bakterien nachgewiesen wurden. Damit habe sich die Lage gegenüber einer erste Untersuchung vor rund eineinhalb Jahren nochmals verschlechtert.

Der DFV hält das Thema der Tierhaltung und der Erzeugung von gesunden Lebensmitteln für zu ernst und zu wichtig, als dass man mit statistischen Taschenspielertricks unberechtigte Ängste schüren darf. Der Verband sieht mit solchen sachlich falschen Darstellungen den notendigen offenen Dialog um die Verbesserung von Haltungsformen und Lebensmittelqualität behindert.

In bemerkenswerter Weise wird in der Verlautbarung der Grünen mit Prozentzahlen operiert, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken. Fakt ist, dass sich gegenüber der ersten Untersuchung im Jahr 2012 ein dramatischer Rückgang der Belastung ergibt. Seinerzeit wurden nämlich keine Putenprodukte untersucht. Betrachtet man auch bei der aktuellen Untersuchung wie damals nur die wesentlich relevanteren Schweinefleischprodukte, so sind jetzt von den verbleibenden 54 Proben nur vier auffällig. Das sind rund sieben Prozent, also weniger als die Hälfte als zuvor.

Insgesamt sind „Untersuchungen“ dieser Art nicht akzeptabel, ganz unabhängig vom Ergebnis. Will man seriöse Aussagen über die Keimbelastung von Produkten treffen, ist ein Mindestmaß an wissenschaftlichen Regeln einzuhalten. Außerdem taugt eine so geringe Zahl von Proben keinesfalls, um auf den Status der Grundgesamtheit zu schließen. Wenn man aber trotzdem die beiden Ergebnisse zu Aussagen heranziehen will, dann hätte die Schlagzeile lauten müssen: „Keimbelastung bei Mett und Rohwurst dramatisch gesunken“.

Der Deutsche Fleischer-Verband hat in einem Schreiben an die Bundestagsfraktion der Grünen sein Befremden deutlich zum Ausdruck gebracht. Den Initiatoren innerhalb der Fraktion wurde ein sachlicher Dialog angeboten, wie durch Erhalt und Förderung der regionalen Strukturen ein wichtiger Beitrag zu nachhaltiger und gesunder Lebensmittelproduktion geleistet werden kann.

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