Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks – die Kandidaten stehen fest

Frankfurt am Main, 27. März 2018. „Wir wollen, dass Sie als Mitglied der Nationalmannschaft Botschafter unseres Handwerks werden, dass Sie als Vorbilder für unsere Jugend und als Multiplikatoren und ‚Influencer‘ wirken“, beschrieb Nora Seitz, die für Ausbildung zuständige Ressortchefin im Präsidium des Deutschen Fleischer-Verbandes, die zukünftigen Aufgaben der Teammitglieder und eröffnete den ersten Auswahlwettbewerb, der jetzt in Leipzig stattfand, mit einer kleinen Überraschung: „Wir gehen auf Grund Ihrer Qualifikation davon aus, dass Sie alle ihr Handwerk gut bis sehr gut beherrschen. Deswegen werden wir heute und morgen auch noch andere Fähigkeiten prüfen. Die Bewertung hat übrigens bereits begonnen.“

  • Die zwölf Nominierten für die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks

    Die Spannung, die die DFV-Vizepräsidentin bei ihrer Begrüßung aufbaute, war durchaus beabsichtigt, das Überraschungsmoment Teil des umfassenden Bewertungsverfahrens. Die vier Teilnehmerinnen und acht Teilnehmer waren auf Empfehlung ihrer Landesinnungsverbände vom DFV zum Wettbewerb eingeladen worden. Viele von ihnen waren schon beim letzten Bundesleistungswettbewerb dabei, alle hatten in ihren Landesentscheiden sehr gut abgeschnitten. Alle Kandidaten mussten im Vorfeld ein kurzes Bewerbungsvideo von sich drehen, in dem sie eine Reihe von Fragen zu beantworten hatten. Diese Clips dienten als Grundlage für die ausführliche Vorstellungsrunde am Vorabend des Wettbewerbs.

    Für einen Teil der Bewerber begann der Wettbewerbstag im Bildungs- und Technologiezentrum in Borsdorf bei Leipzig in einem umgeräumten Klassenraum. Dort war eine Interviewsituation aufgebaut. Die Teilnehmer hatten in Dreiergruppen eine halbe Stunde Zeit, sich auf kritische Fragen vorzubereiten. Ziel der Prüfungsdisziplin war, die Redegewandtheit und Stressresistenz der Kandidaten auf die Probe zu stellen. Zudem bewertete die Jury, wie innerhalb der Gruppe zusammengearbeitet wurde und wie gut sich die Teilnehmer im Interview gegenseitig in kritischen Situationen unterstützten. „Wir waren überrascht, wie gut die meisten Kandidaten mit der Situation klargekommen sind – die ja im Rahmen eines Auftritts der Nationalmannschaft durchaus vorkommen kann“, bewertete DFV-Vize Nora Seitz die Ergebnisse. Um die Fähigkeiten der Teammitglieder noch weiter zu schulen, ist im Rahmen der Weiterbildung, die für die Mitglieder der Nationalmannschaft vorgesehen ist, noch ein professionelles Medientraining geplant.

    Dreierteam bei der Produktion eines Werbespots

    Der fachpraktische Teil des Auswahlwettbewerbs bestand aus dem Herstellen von Kanapees beziehungsweise einer Grillplatte. Die Teilnehmer waren hier vollkommen frei bei der Auswahl der Zutaten und des Dekorationsmaterials, die Hauptzutaten, die vom Veranstalter gestellt wurden, waren aber bis zum Wettbewerbsbeginn unbekannt. Nora Seitz: „Wir haben uns hier an der sogenannten Überraschungsdisziplin aus dem Internationalen Leistungswettbewerb der Fleischerjugend orientiert. Auch dort sind sowohl der Schwierigkeitsgrad als auch die Freiheit der Teilnehmer bei der Ausgestaltung sehr hoch.“ Juror Ralf Kos bestätigt diese Einschätzung: „Wir haben bei der Bewertung dieser Arbeiten deutliche Unterschiede zu den Ergebnissen aus Bundes- und Landeswettbewerben festgestellt. Die unbekannte Hauptzutat fördert sicherlich die Kreativität, fordert aber auch einiges mehr an Können.“

    Bei der Vorbereitung erhielten die Teams Unterstützung von der Jury

    Spontanität und Kreativität waren auch in einer weiteren Gruppenarbeit gefordert. In neu zusammengestellten Teams hatten die Kandidaten zwei Stunden Zeit, aus dem Stehgreif einen Radiowerbespot für die Ausbildung im Fleischerhandwerk zu planen und zu produzieren. Dabei wurden sie von der Jury unterstützt, die aus erfahrenen Landeslehrlingswarten und Mitgliedern der Nationalmannschaft bestand. Anschließend bekam jedes Team die Gelegenheit, ihr Werbekonzept zu präsentieren und den mit Hilfe ihrer Smartphones produzierten Spot vorzuspielen.

    Auch hier wurde erneut Kreativität und Teamfähigkeit getestet, auf eine perfekte technische Umsetzung kam es laut Juror Christian Lohff weniger an. Dennoch zeigten sich Teilnehmer und Juroren bei der Präsentation der Ergebnisse beeindruckt vom Einfallsreichtum der Kandidaten. Zum Abschluss Auswahlwettbewerbs erhielt jeder Kandidat neben einer Teilnahmeurkunde auch ein ausführliches Feedback über seine Leistungen und Fähigkeiten. Wer von den zwölf Anwärtern letztendlich in die Nationalmannschaft berufen wird, entscheidet das Präsidium des DFV auf seiner nächsten Sitzung im Frühjahr.

    Die Nominierten:

    • Philip Stoy, Fleischer, Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Wünsche aus Crimmitschau
    • Melissa Barget, Fleischereifachverkäuferin, Ausbildungsbetrieb: Metzgerei Frank Barget aus Nidderau
    • Raphael Buschmann, Fleischermeister, Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Guder aus Stuhr
    • Johannes Bächtle, Fleischer, Ausbildungsbetrieb: Metzgerei Egeler aus Rensten
    • Kathrin Meier, Fleischereifachverkäuferin, Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Gawehn aus Gnarrenburg
    • Manuel Kirchhoff, Fleischer, Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Kirchhoff aus Attendorn
    • Annamarie Büchele, Fleischermeisterin, Ausbildungsbetrieb: Metzgerei Wolfgang Büchele aus Frankenthal
    • Max Münch, Fleischermeister, Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Münch aus Lommatzsch
    • Nicklas Reinecke, Fleischermeister, Ausbildungsbetrieb: Landfleischerei T. Reinecke aus Arnstein-Arnstedt
    • Paula Judith Brehm, Fleischerin, Ausbildungsbetrieb: Metzgerei Pfarrer aus Wölfersheim
    • Arthur Schäfer, Fleischermeister, Ausbildungsbetrieb: Landmetzgerei Lothar Klos aus Zerf
    • Franz Gawalski, Fleischermeister, Ausbildungsbetrieb: Fleischeri Loose aus Dippoldiswalde

     

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